Errichtet wurde diese Anlage von der Stadtgärtnerei Ettlingen, der auch die weitere Pflege übertragen wurde. Das Monument befindet sich heute nicht mehr an diesem Ort. Bereits 1936 wurde der Gedenkstein in die Kaserne versetzt, wo er sich auch heute noch vor dem Casino befindet. Die Platte mit Originalinschrift ist nicht mehr vorhanden.
Bei der Einweihungsfeier hielten Bürgermeister Kraft für die Stadt Ettlingen, Kurat Weick für die katholische und Vikar Funk für die evangelische Gemeinde Ansprachen.
„Herr Bürgermeister Kraft rief allen namens der Stadt und der Bürgerschaft einen herzlichen Willkommensgruß zu, gedachte des guten Einvernehmens, das immer zwischen der Unteroffiziersschule, der Bürgerschaft und der Stadtverwaltung bestanden, freute sich, weil so viele den Weg wieder hierher gefunden haben … . Er erinnerte daran, daß die Bevölkerung immer gerne zurückdenkt an ihre ehemaligen Füsiliere und ihre schneidige Musikkapelle mit Meister Honrath an der Spitze. Die Verbundenheit mit ihnen soll auch weiterbestehen, trotz der räumlichen Trennung.“3
Im Vorfeld der zweiten Wiedersehensfeier 1935 wandten sich Bürgermeister Kraft und Ortsgruppenführer Prohl mit einem Aufruf an die Bevölkerung, in dem sie dazu aufforderten, „alle verfügbaren Zimmer und Betten der Ortsgruppe, natürlich gegen Bezahlung, zur Verfügung zu stellen.“ Außerdem wurde die Einwohnerschaft gebeten, „sich an der Ausschmückung der Häuser und Straßen nach Möglichkeit und Kräften zu beteiligen und auch die Häuser in der Festwoche zu beflaggen.“4
Bürgermeister Kraft führte in seiner Festrede aus: „Euch allen, die Ihr, den weiten Weg nicht scheuend, in alter Treue und Anhänglichkeit wieder einmal in Eure frühere Garnisonstadt Ettlingen gekommen seid, entbiete ich namens der Stadtverwaltung und der gesamten Bürgerschaft die herzlichsten Grüße. Die Stadt, die Euch in der Jugendzeit mehrere Jahre beherbergt hat, hat Euch zu Ehren ihr Festgewand angelegt, sie freut sich, so viele ihrer alten Bekannten für diese Tage frohen Wiedersehens wieder aufnehmen zu dürfen. Ihr dürft überzeugt sein, daß Ihr in Ettlingen auch diesmal wieder gern gesehene Gäste seid, und daß die gesamte Bürgerschaft sich freuen wird, mit euch diese schönen Tage begehen zu dürfen. Ihr herzlichster Wunsch ist es, daß es Euch vergönnt sein möge, in Eurer alten Garnisonstadt recht frohe Stunden zusammen mit der Ettlinger Bevölkerung in stolzer Erinnerung an frühere Zeiten zu verleben.“5
In einem Bericht des Badischen Landsmann ist über die 65-Jahrfeier ist zu lesen: „ Bei der ersten Wiedersehensfeier vor fünf Jahren hat es den ehemaligen Unteroffiziersschülern in der Garnisonstadt Ettlingen so gut gefallen, daß sie damals dem Wunsche lebhaften Ausdruck verliehen, recht bald wieder dem schönen Albstädtchen einen Besuch abzustatten. … Recht herzlich wurden sie alle aufgenommen. Die Stadt hat sich in ihr schönstes Festtagsgewand gelegt. Fahnen, Wimpel, Girlanden, Triumphbogen, Willkommensplakate usw. zierten Straßen und Häuser des historisch gewordenen Städtchens.“6
Ortsgruppenleiter Prohl „brachte auf die Garnisonstadt Ettlingen und ihre Bevölkerung ein dreifaches Hoch aus.“7
Erwähnt wurde auch der Musikverein, der mit einem Konzert und mit Tanzmusik die Feierlichkeiten bereicherte. Die Bürgerwehr hatte in ihren alten historischen Uniformen einen Doppelposten vor dem Rathaus, dem Schlosseingang und den Kriegerdenkmälern aufgestellt.
Den Abschluss der Feier bildete ein gemeinsames Zusammensein mit den Gästen und ihren Quartiergebern in der Stadthalle.
Neben dem großen Interesse und der Anteilnahme von Seiten der Stadt bestand eine starke Unterstützung der Wiedersehensfeiern auch in finanzieller Hinsicht:
• Die Stadt hat für beide Feiern Geldbeträge zur Verfügung gestellt. 1930 waren dies 300 RM für „Vorbereitungsarbeiten“.
• Die Stadthalle mit Turnhalle wurde unentgeltlich überlassen. 1935 wurde auch der große Rathaussaal für eine Sitzung bereitgestellt und mit Grünpflanzen dekoriert, was die Stadtgärtnerei übernahm.
• Kosten der Dekoration des Schlossgebäudes, des Schlosshofes und für das Aufstellen der Straßenfahnen übernahm 1930 die Stadt Ettlingen. Auch stellte sie hierfür die Fahnen zur Verfügung. Ebenso sorgte sie dafür, dass die 39 Gräber, der auf dem Friedhof begrabenen Kameraden - sie waren in der Zeit der Unteroffiziersschule von 1870 - 1920 in Ettlingen verstorben - mit einem Blumenstrauß geschmückt wurden.
Der finanzielle Gesamtaufwand betrug 400 RM.
• Die Festschrift von 1935 wurde großzügig durch Tourismuswerbung der Stadt und durch großflächige Anzeigen zahlreicher Ettlinger Gasthäuser finanziert.
• Der Bürgermeister sorgte 1935 dafür, dass in den damaligen Zeitungen „Mittelbadischer Kurier“, „Badische Presse“ und „Führer“ Artikel über die Wiedersehensfeier erschienen.